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Zaun

THE Bonanza - Convention
September 10 - 12th, 1999
Lake Tahoe, Nevada


Oops, sorry ... äh ... ich meine natürlich ups, tut mir leid,
ich wollte ja eine deutsche Bonanza-Seite basteln ...


Am 12. September 1959 ritten die Cartwrights zum allerersten Mal über amerikanische Bildschirme. Die Episode hieß "A Rose for Lotta", und damals ahnte wohl weder Produzent David Dortort noch seine, von ihm persönlich zusammengestellte Fernsehfamilie Cartwright, bestehend aus Lorne Greene, Pernell Roberts, Dan Blocker und Michael Landon, daß sie damit Fernsehgeschichte schreiben würden. Bei uns wurde die Folge in der ARD zum ersten Mal am 13.10.1962 als "Rosen für Lotta" gesendet, durch spätere Wiederholungen wurde sie aber unter dem Titel "Eine Falle für Little Joe" bekannt.

Der vierzigste Geburtstag dieser Erstausstrahlung am 12.9.1999 war Anlaß für ein dreitägiges Zusammentreffen von Bonanzafans aus der ganzen Welt, die sich am Lake Tahoe bei der "Bonanza Convention 1999" prächtig amüsierten. Geplant und organisiert wurde die ganze Veranstaltung über eine Zeitraum von fast zwei Jahren über das Internet von Fans für Fans und ganz ohne kommerzielle Hintergedanken. Vicki und all ihren Helferinnen und Helfern dafür an dieser Stelle noch einmal für euch:

EIN GANZ DICKES DANKESCHÖN!

A dream became true ... ups, schon wieder ... ein Traum wurde wahr, denn es wurde ein Familienfest, daß alle Teilnehmer, Fans wie Ehrengäste ("bekannt aus Funk und Fernsehen" wie man so schön sagt), gleichermaßen in seinen Bann zog. Mitgefeiert haben mehr als dreihundert Menschen aus der ganzen Welt - na ja, beinahe die ganze Welt, aber immerhin: USA, Canada, Argentinien, Australien, Neuseeland, England, Deutschland, Spanien, Luxemburg und die Niederlande fanden so zusammen.



Der folgende Text entstammt meinen Tagebuchaufzeichnungen während des Wochenendes, deshalb ist er selbstverständlich subjektiv und erhebt auch keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Aber vielleicht vermittelt er ein bißchen von der Atmosphäre, die vom 10. bis 12. September am Lake Tahoe herrschte und animiert zur Teilnahme, falls es je wieder eine Bonanza Convention geben sollte.


Vorbereitung

So richtig losgegangen ist es so schon am Donnerstag, da waren endlich alle Souvenirs (Broschüren, Tassen, T-Shirts, ...) angeliefert und konnten ausgepackt werden. Ich bekam einen Spezialauftrag, der ganz besondere Fähigkeiten verlangte, nämlich Deutschkenntnisse. Für die Veranstaltung war ein großes Schild gemacht worden, worauf alle Teilnehmer in ihrer Landessprache zur Convention willkommen geheißen wurden - und der deutsche und der chinesische Text waren falsch geschrieben. Deshalb bestand meine Aufgabe darin, erst das falsche "Wilkomen" wieder abzukratzen und dann mit großen Rubbelbuchstaben ein richtiges "Willkommen" hinzufummeln. Rubbelbuchstaben für Chinesisch gab's übrigens nicht im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, deshalb mußte Rufina Chen die chinesische Variante von "Willkomen" mit Filzstift hinmalen.

Dann mußten ca. 350 "tote bags" gepackt werden - d.h. je eine kleine Leinentasche mit Convention-Broschüre, CD, Programm, Auktionsliste, Ponderosaranch-Dauerkarte, Booklet vom Tourist-Information Lake Tahoe, Infomaterial von den charitativen Einrichtungen, für die wir unsere Spenden sammeln wollten, Quizfragenblatt, Veranstaltungsfeedback-Bogen und noch diverser Kleinkram vollgestopft werden. Und hier zum ersten Mal diese "einer für alle - alle für einen"-Erfahrung, die ich während der ganzen drei Tage immer mal wieder gemacht habe: So ab Donnerstagnachmittag reisten mehr und mehr Leute an und jeder bzw. jede gesellte sich ohne große Erklärungen dazu, sagte 'hallo' und half mit. Es gab natürlich jedesmal ein großes Begrüßungsgeschrei, wenn man ein neues Gesicht einer wohlvertrauten email-Adresse zuordnen konnte, aber danach packten die Neuankömmlinge mit an, machten sich nützlich und in nullkommanix war wieder etwas erledigt.
< Freitagmorgen haben wir wieder sortiert, aufgebaut und vorbereit wie die Weltmeister. Wir hatten z.B. 7 Stapel mit T-Shirts in den Größen XS, S, M, L, XL, XXL und 3XL. Wußtet ihr eigentlich, daß es 3XL gibt? Außerdem habe ich mir eine Probefahrt im Minivan auf dem Hotelparkplatz gegönnt - trotz ungewohnter Lenkradschaltung nach zwei Minuten ein Kinderspiel, und somit war ich gewappnet für den meine spätere Aufgabe, für ein paar Ehrengäste das Airporttaxi nach Reno zu steuern.

Registration

Mittags begann dann die eigentlich "Registration", d.h. jede/r eintreffende TeilnehmerIn, egal ob 'normaler' Gast oder Ehrengast, meldete sich an, bekam einen Ausweis in Klarsichthülle angesteckt, der ihn oder sie zur Teilnahme an den Programmpunkten berechtigte, denn die Devise hieß: "no badge - no convention - no exception".

Anschließend strolchten alle in dem kleinen Saal herum, kauften T-Shirts, Tassen, Bücher, Photos und sonstwas als Souvenirs und beim Gequassel über den Lieblings-Cartwright wurden aus Fremden ganz schnell Freunde.

Alle mußten die Weltkarte unterschreiben, ein Fähnchen mit ihrem Namen zeichnen, in ihren Herkunftsort pieksen und sich ins Gästebuch eintragen. Alle Gäste dazu zu überreden, war meine Aufgabe, schließlich habe ich ja die Map und die Fähnchen gebastelt.

Mich hat fast der Schlag getroffen, als da plötzlich Hop Sing vor mir stand, mich mit einer höflichen kleinen Verbeugung begrüßte und fragt, was er denn nun wo eintragen müsse. Ehrlich, Brent Young sieht aus wie sein Vater. Er ist jetzt ungefähr so alt, wie Hop Sing damals war und er ist wirklich ein ganz liebenswerter Mensch - der einen immerzu an den chinesischen Koch der Ponderosa erinnert.

Um einmal kurz die Liste der Gäste abzuhandeln - im Laufe der Tage trudelten ein:
Fred Dortort (der seinen Vater vertrat, der aus gesundheitlichen Gründen nicht dabeisein konnte)
Nancy Greene, Linda Greene Bennet, Chuck Greene
Cindy Landon mit Sohn Shaun
Mitch Vogel
Brent Young (Hop Sings Sohn)
Paul Landres (Regisseur)
John Florea (Regisseur)
Alex Sharpe (Stuntman und Drehbuchautor, z.B. Hayburner)
Haskell "Buzzy" Boggs (Kameramann)
Gary Null (NBC-Fotograf)
Betty und Angela Rose (David Roses Witwe und Tochter)
Kent und Susan McCray (Produzent/Casting)
Joan Markowitz (Produktionssekretärin - wegen ihr heißt die Ponderosa übrigens Ponderosa und nicht Panamint, wie es erst geplant war)
Betty Endicott (Pernell Roberts Stand-in)
Martha Manor und Tochter Heidi (Stand-ins, kleine Nebenrollen)
Suzanne Clauser (Drehbücher)
Mehr fallen mir im Moment nicht ein, vielleicht hab ich ein paar vergessen, aber ich glaube, daß waren auf jeden Fall die "Wichtigsten"

Jetzt aber zurück zum Conv-Bericht. Dann kamen nämlich SIE an: Mitch Vogel und Ehefrau Chrissy. Ich war schon ziemlich nervös, weil ausgerechnet ich zum persönlichen Betreuer "des einzigen teilnehmen Cartwright" abkommandiert worden war. Ach, was hatte ich mir alles für tolle Begrüßungsreden überlegt und jetzt fiel mir gar nichts mehr ein. Aber ich mußte ja da durch. Ich bin also zu ihnen hin und habe gesagt. "Hi, I'm Heike. I'm your convention slave." Fragt mich bitte nicht, warum, es war halt das erste, was mir eingefallen ist. Und er grinst mich an und erwidert völlig cool. "Also gut, Sklave, da sind noch vier schwere Koffer im Auto" (Der einfachheithalber in der übersetzten Version.) Ich habe ihn wohl ziemlich verdattert angesehen, jedenfalls grinste er noch breiter und erklärte "just kidding". Danach haben wir uns erstmal anständig begrüßt, er hat mir seine Frau vorgestellt, ich habe ihr gleich erklärt, daß sie mich doch bitte nicht Ma'am sondern Heike nennen soll und nach zwei Minuten haben wir drei schon miteinander gequasselt, als ob wir uns seit zwanzig Jahren kennen. (Na ja, ICH kenne IHN ja auch seit zwanzig Jahren, warum wundert mich das jetzt eigentlich?)

Das Dinner am Freitagabend

Stellt euch einen großen Raum vor mit 14 runden Tischen, an jedem für 12 Personen gedeckt, und jemand hatte sich unheimlich viel Mühe mit den Tischdekorationen gemacht und für jeden Tisch aus Filz einen Kaktus oder einen Cowboyhut oder sonst ein westernmäßges Teil gebastelt und ein paar metergroße Filzkakteen und Zäune und Wagenräder und plakatgroße Bonanza-Fotos im Raum verteilt - sah richtig super aus. Und jeder Tisch hatte ein großes Schild mit einem der Episodentitel, das den Tisch dann identifiziert hat. Unser Tisch war z.B. "The Rattlesnake-Brigade", und das wurde für später noch gebraucht.

Fast jedem Tisch war dann genau ein Ehrengast zugeordnet und die "normalen" Conv-Teilnehmer haben aus einer Lostrommel ihren Platz gezogen, so daß es absolut dem Zufall überlassen war, wo man zu sitzen kam - fairer ging's hier ja wohl nicht. Es gab nur ein paar Ausnahmen, bei denen vorsichtshalber Gäste und Betreuer gezielt an einen Tisch gesetzt wurden, weil wir nicht so ganz abschätzen konnten, ob die Fans nicht vielleicht zu stürmisch würden oder zu lästig oder zu garstig oder falls die Gäste es ausdrücklich so wollten. Mitch hat dann auch ganz vorsichtig gefragt "Du bleibst doch bei uns?", und ich habe begeistert zugestimmt.

Gäste und Betreuer blieben dann im Nebenraum verborgen, während im Saal offiziell das Dinner begann. Pat hat durch den Abend moderiert und sie hat das ganz toll gemacht. Die Gäste wurden angekündigt und unter Applaus zu ihrem Tisch geleitet. Zum ersten Mal tobte der Saal schon bei Gast Nummer 2, Hop Sings Sohn, der sich wohl nicht hatte träumen lassen, wie wichtig uns Fans sein Vater gewesen war.

Die Dortorts, McCrays, Greenes, Landons und Vogels waren die, die zuletzt hereinkamen und weil es eine ganze Zeit gedauert hat, bis die anderen alle begrüßt waren, mußten wir lange in diesem Nebenraum warten. Kent McGray war unheimlich gut drauf und hat ein Bonanza-Histörchen nach dem andern erzählt, bis wir endlich in den Saal einziehen durften.

Der Abend begann. Jetzt sollte erstmal gefuttert werden und da haben Vicki und Pat sich was Nettes ausgedacht: damit nicht alle irgendwie ungeordnet zum Buffett stürmen, hat Pat immer ein paar Tische aufgerufen, die ans Buffett durften. Das ganze war natürlich voll durchdacht, damit die Tische mit den Festrednern zuerst fertig wurden, denn es sollte ja irgendwann weitergehen. Und damit sich alle andern nicht langweilen damit die Tischpartner miteinander ins Reden kamen, gab es eine kleine Aufgabe. Auf jedem Tisch lagen Papier und Buntstifte und nun sollte jede Gruppe gemeinsam ein Bild malen, das ihren Episodentitel darstellt. Das schönste Bild wurde später prämiert. Ich weiß nicht, wie das an anderen Tischen war, bei uns ging das Konzept auf: wir haben alle heftig diskutiert über "The Rattlesnakebrigade (Die Ransom-Bande). Jede/r am Tisch hat eine Schlange gemalt -das 'Klapper' war nicht so entscheidend, wir waren schon froh, wenn man die Schlange erkennen konnte - und Mitch hat noch den Gefängniswagen dazugemalt, wo die Geiseln, Jamie inclusive, gefangengehalten geworden waren. Und weil wir alle so gut drauf waren, hat er noch einer der Klapperschlangen eine Sprechblase mit "HELP JAMIE!" verpaßt und immerhin haben wir mit diesem Bild den zweiten Platz belegt. Erster wurden die "Stage Door Johnnies" die genau das bildlich dargestellt hatten: eine Bühne, eine Tür und ein paar Klos (im Amerikanischen ist ein 'johnny' nämlich ein Klo) .

Nachdem wir alle ein bißchen gegessen hatten, ging das Programm weiter: zuerst mit einem Ausschnitt aus Bonanza. "Erste Folge, erste Szene...bis Hop Sing wieder in der Küche verschwindet" - übrigens unter tosendem Applaus. Inzwischen muß Kent Young uns für verrückt gehalten haben. Dann kamen die Festreden. Die genaue Reihenfolge weiß ich nicht mehr:

Valerie aus Spanien hat eine kurze Gedenkrede gehalten, für alle, die - aus welchen Gründen auch immer - nicht dabei sein konnten.

Nancy Greene, da noch ein bißchen nervös, hat ein paar nette Worte gesprochen, wie wichtig Bonanza immer für Lorne und sie war und so. Dann hat sie vorgeschlagen "nennt mich Ma Cartwright" (pah!!!) , dann noch ein, zwei Anekdoten erzählt und fertig sie.

Mitch Vogel hat auch eine kleine Rede gehalten: daß Bonanza für ihn auch ein bißchen Familie war - er ist vaterlos aufgewachsen - und daß es heute leider kaum noch solche Fernsehserien gibt, in denen solche Familienwerte als wichtig und erstrebenswert dargestellt werden. Daß er seine erste Rasur sozusagen hinter dem Zaun der Ponderosa verpaßt bekommen hat, weil bei irgenwelchen Nahaufnahmen plötzlich ein paar Stoppeln gestört haben. Und daß er sich freut, eingeladen worden zu sein und daß ruhig alle mit Fragen oder Autogrammwünschen oder was auch immer zu ihm kommen sollen, daß er genau deshalb dabei sei und sich darauf freue. Es war vielleicht weniger das, was er sagte, sondern mehr seine freundliche, bescheidene Art, wie er es sagte, jedenfalls hatte er nach dieser Rede alle anderen Convention-Teilnehmer ausnahmslos für sich eingenommen. (Mich hatte er ja vorher schon überzeugt.)

Barb hat einen netten Brief von David Canary vorgelesen, der uns auch viel Spaß wünschte, in paar Bonanza-Geschichten zum Besten gab und es bedauerte, daß er aus beruflichen und familiären Gründen nicht dabei sein konnte.

Fred Dortort hat ein paar Grußworte von seinem Vater übermittelt und dann haben wir alle ein Video angeschaut, daß David Dortort hat machen lassen, indem er selbst und persönlich noch ein paar Worte an uns richtete und uns viel Spaß wünschte bei der Convention. Man sah ihm an, wie sehr es ihm leid tat, daß er nicht dabeisein konnte, und alle waren ein bißchen traurig. Bev hat seinem Sohn das Bonanza-Memory-Book übergeben, in dem Fans aus der ganzen Welt in persönlichen Briefen an David Dortort ihre Liebe zu Bonanza Ausdruck gegeben hatten und Carol, ein 'ganz normaler' Fan, hat stellvertretend für alle Teilnehmer ein paar Worte gesagt, was Bonanza für sie (und uns) bedeutet. Nach den Reden gab's noch einen Quiz, bei dem der Tisch, der die meisten richtigen Antworten hatte, etwas gewinnen konnte. Die Rattlesnale-Brigade war es nicht, aber Ute und Astrid, meine deutschen Bonanza-Freundinnen, saßen am Siegertisch. Ein paar der Fragen waren wirklich erstaunlich: ohne nachzuschauen, wüßtest ihr, wieviele Kühe auf der Landkarte eingezeichnet sind, bevor sie in Flammen aufgeht? Ich wußte es nicht und ich habe den Vorspann bestimmt schon 1000 mal gesehen...
Ausgeklungen ist der Abend dann mit Videos von der Hitliste, die dadurch entstanden ist, daß alle Convention-Teilnehmer ihre Lieblingsfolgen wählen durften. Na ja, fast wie erwartet, alles gewählten Episoden waren aus den ersten Jahren, allerdings gab es auch zwei Ausnahmen: "A Matter of Circumstances / Mit Blindheit geschlagen" und "The Gold Plated Rifle / Jamie hat ein Problem", die es ebenfalls irgendwie in die Top Ten geschafft hatten.

Champagner-Frühstück auf der Dixie II

Samstag: Um 7.45 Uhr ging's los (richtig gelesen: siebenuhrfünfundvierzig). Wenn man bedenkt, daß wir am Abend vorher bis zum Umfallen Videos angeschaut hatten, war es schon erstaunlich, daß fast alle frisch und munter an den Bussen bereitstanden. Und wenn man bedenkt, daß von unseren Gästen einige ja schon deutlich die 70 überschritten haben, kann man nur staunen. Gerade sie waren fit wie'n Turnschuh und haben uns, die müden Fans, mit ihren tollen Geschichten weiterhin ununterbrochen unterhalten.

Also, alle Mann und Frau ab in die Busse und los ging's zum Ablegeplatz der Dixie II. Die Vorgängerin Dixie I hat angeblich die tragende Rolle in "Showdown at Tahoe / Überfall auf den Dampfer" gespielt. Es gab ein tolles Frühstücksbuffett und alle unsere Ehrengäste haben sich an große Tische gesetzt und wir Fans hatten herrlich Gelegenheit, ins Plaudern zu kommen. Es soll Leute geben, die die ganze Zeit nicht an Deck gekommen sind, weil Alex Sharp eine Klamotte nach der andern zum besten gegeben hat.

Auf der Rückfahr vom Schaufelraddampfer zum Hotel gab es noch ein kleines Highlight, denn die Busse sind extra einen Umweg gefahren, um an der "Bonanza meadow" vorbeizufahren - der Weide, auf der in einem uns wohlbekannten Vorspann vier Typen nebeneinander, den See im Hintergrund, hergaloppieren und dabei noch fröhlich grinsen. ReiterInnen wissen natürlich, wie schwierig das ist, vier Pferde in einer Reihe nebeneinander galoppieren zu lassen! Der Bus wäre beinahe umgekippt, weil alle auf der einen Seite vor den Fenstern klebten um zu fotografieren.

Guest Panels

Der nächste Programmpunkt am Samstag waren die "guest panels": dreimal eine Stunde Diskussionsrunden mit unseren Gästen, bei denen sie frank und frei Fragen beantwortet oder einfach nur erzählt haben, von den Dreharbeiten, von den Stars privat oder von ihrem Leben vor, bei und nach der Show. Ich muß gestehen, ich hatte so meine Verständnisprobleme, aber das lag ganz bestimmt an mir. Es war bei einigen so verdammt schwer, sie zu verstehen und bei mir machte sich langsam auch ein bißchen Schlafmangel bemerkbar. Aber andererseits, manche Gäste hatten wirklich liebevolle, faszinierende Eposen und Episödchen zu erzählen, daß man auch keine Minute verpassen wollte.

Barbeque auf der Ponderosa

Direkt anschließend war dann wieder großes Versammeln in der Hotelhalle für die Busse, die uns zum eigentlichen Highlight des Samstags, dem BBQ auf der Ranch, bringen sollten. Es sollte ja ein bißchen westernlike sein und viele (leider nicht alle) Teilnehmer hatten sich auch entsprechend gekleidet. Da kam Garys großer Auftritt. Ein Mann, riesig groß und etwas rundlich, und in einem dadburnt authentisch wirkendem Hoss-Kostüm. Nun, wir alle haben nur gestaunt und uns amüsiert, aber richtig toll war es, die ahnungslosen Besucher des Casinos zu beobachten, die durch die Lobby des Tagungshotels laufen mußten, um an ihre Spieltische zu gelangen. Diese Leute hatten ja keine Ahnung, daß gerade eine Bonanza-Convention stattfand, sie sahen sich nur plötzlich mit Hoss Cartwright konfrontiert. Die Gesichter waren unbeschreiblich, große Augen, offene Münder, fassungsloses Kopfschütteln überall und der eine oder die andere waren echt in Gefahr, vor lauter Stauenen die Treppe hinab ins Casino zu stürzen.

Wir hatten drei Stunden die Ranch und alle Nebengebäude; Saloons, Läden usw. für uns. Natürlich gab es im Ranchhaus eine Aufsicht, aber soweit ich weiß, hat niemand versucht, die Möbel wegzutragen. Das Essen war gut, die Adam-Fans haben sich irgendwann mit den Joe-Fans duelliert, aber die Hossfans sind schlichtend dazwischgegangen, Mary hat mit der Band im Delta-Sloon gesungen und Nancy Greene, nun längst nicht mehr so nervös wie am ersten Tag, hat eine wirklich erstaunliche Tanzeinlage zur Counmtymusic hingelegt.

Round Dance mit Onkel Butch und Jean

Am ganz späten Abend, als wir wieder im Hotel waren, gab es noch eine Stunde Square Dance zum Mitmachen, oder genaugenommen war es eigentlich Round Dance. Dabei ruft ein 'Caller' aus, welche Figuren die Tanzpaare zu machen haben und ... naja, alle haben dann auch irgendwas gemacht, nicht unbedingt das, was der Caller wollte, aber irgendwas und auf jeden Fall hat's mächtig Spaß gemacht. Zum Glück ist keiner ist ernstlich verletzt worden, obwohl gelegentlich mehr Paare auf dem Teppich lagen als auf den Füßen standen!

Mit 'Videos on demand' ging dann auch dieser Tag zu Ende, d.h. eigentlich war es ja schon längst Sonntag...

Virginia City

Für den letzten Tag standen die Besichtigung von Virginia City incl Mittagessen im Delta-Saloon und die Versteigerung der Bonanza-Memorablien (schreibt man das so?) auf dem Programm und zuallerletzt noch eine kleine Abschlußversammlung für die Conventionteilnehmer.

Und da hatte sich dann erstmal klammheimlich mein persönliches kleines Fiasko eingeschlichen. Die Busse nach Virginia City fuhren nämlich schon wieder ganz früh ab, weil einige die Möglichkeit zum Besuch eines Gottesdienstes gewünscht hatten. Mitch und Chrissy waren deswegen nicht gerade glücklich, schon wieder so früh parat zu stehen, zumal Virginia City zwar ganz nett anzuschauen ist, aber auch ziemlich touristisch und voller Menschen ist. Aber da das Mittagessen ja dort geplant war, habe ich ihnen angeboten, sie zwei Stunden später mit dem eigenen Auto dorthin zu bringen. Und was passiert? Mein blödes Auto springt nicht an! Zum Glück ist Amerika das Land der Dienstleister - es war Sonntagmorgen halb acht und trotzdem, in 23 Minuten war ein riesiger Abschleppwagen mit einem freundlichen Mechaniker im "schneeweißen Blaumann" vom AAA da, der meinen Wagen in weniger als 2 Minuten wieder flott hatte, während die Vogels wahrscheinlich gerade frühstückten und nicht einmal ahnten, daß ihre Fahrt nach Virginia City beinahe nicht stattfinden würde.

In Virginia City war mehr los als üblich, zumal an diesem Sonntag auch das jährliche Kamelrennen stattfand und es noch ein paar mehr Touristen als sonst dorthin gelockt hatte. Zum Glück nahmen nur wenige Notiz von dem ehemaligen Bonanza-Schauspieler, der seine Videokamera auf wirklich alles richtete, was irgendwie mit Bonanza-irgendwas oder Ponderosa-sonstwie bezeichnet war. Und wer schon mal dort war, weiß auch, daß eigentlich an jedem zweiten Gebäude ein metergroßes Schild in dieser Art angenagelt ist.

Diejenigen, die an dem Gottesdienst teilgenommen haben, waren begeistert. Vicki hatte nämlich auch da nichts dem Zufall überlassen und den zuständigen Pfarrer, Pastor, Reverend oder wie immer man den Geistlichen dort nennt, 'vorgewarnt', daß er mit einer ziemlich vollen Kirche zu rechnen habe . Und er hat dann in der Predigt ausdrücklich die Teilnehmer der Bonanza-Convention in seiner Kirche begrüßt.

Außerdem gab es noch, gar nicht christlich, eine 'richtige' Schießerei vor dem Delta-Saloon, weil zeitgleich an diesem Wochenende ein Stuntleute-Wettkampf stattfand, wo die besten Stunt(wo)men ermittelt wurden. Und diese Leutchen haben am Sonntagmorgen recht spektakulär auf ihre Veranstaltung hingewiesen.

Die Auktion

Am Nachmittag stand dann als letzter große Programmpunkt nur noch die Versteigerung des Bonanza-Zeugs an. Ich bin ja kein Sammler und habe zugegebenermaßen nur ganz wenig Ahnung davon, aber ich meine, es waren schon ein paar ganz tolle Dinge dabei: signierte Scripte, Privatfotos, Bücher, Comics ... außerdem dreimal eine Fotosession auf der Ponderosaranch, je nach Geschmack mit Hoss-Weste, Joe-Jacke oder an Bens Schreibtisch. Die Fotos sollten von unserm Ehrengast Gary Null gemacht, der NBC-Fotograf. Die Dollars klingelten nur so. Diese Einnahmen gingen alle an eine Umweltgruppe, die sich um die Erhaltung des Lake Tahoes kümmert und an die von Michael Landon ins Leben gerufenen Kinder-Krebs-Hilfe. Die Dinge, die am meisten einbrachten, waren zwei Originaldrehbücher, eine von Hoss' Westen, die übrigens an den Convention-Hoss Gary ging und Hemd und Weste, die Jamie in der seiner ersten Folge getragen hat. Mitch war fasziniert von der Zahlfreude der Teilnehmer - so ungefähr ab 300$ und dann im 50$ Rhythmus staunte er "How much? What? How much?" Zum Glück war dann irgendwann nach 700 $ Schluß, sonst hätte ihn noch der Schlag getroffen.

Ja, und das ist dann schon fast das Ende vom Wochenende und vom Bericht. Ich mußte mich dann nämlich erstmal während der Versteigerung 'ausklinken', um die Vogels und fünf weitere Leute nach Reno zum Airport zu bringen. Einer davon war übrigens Alex Sharp, der Ex-Stuntman, der fast die ganze Zeit über friedlich auf dem Beifahrersitz schlummerte. Bloß als sich eine der älteren Damen auf dem Rücksitz ein bißchen beschwerte, daß ich zu schnell führe, brummelte er ungehalten "Und dafür weckt ihr mich auf?" und schlief dann gleich wieder ein. Ich mußte schnell fahren - wir waren spät dran, weil SIE so lange gebraucht hatten, sich von den Fans zu verabschieden!

Aber es ist gutgegangen, wir waren noch einigermaßen pünktlich am Flughafen. Und ich bin dann mit dem leeren Bus wieder zurück und mir war ein bißchen traurig zumute, weil plötzlich alles so ruhig um mich herum war.

Alles geht zu Ende...

Wieder im Convention-Hotel angekommen, war die Versteigerung inzwischen zu Ende. Ich weiß keine genauen Zahlen, aber es sind so ungefährt 10 000 $ zusammengekommen.

Wir haben zuerst mit Nancy Greene, die eine Grußbotschaft von Dolphie Blocker verlesen hat, und dann mit einer kleinen Abschlußrede von Vicki, die sich nochmal bei allen für die Hilfe bedankt hat, das Ganze offiziell ausklingen lassen. Inoffiziell gab's danach wohl noch einmal Videos bis die Augen zufielen, aber das weiß ich nur vom Hörensagen, weil Ute, Astrid und ich abends noch losgezogen sind, um uns bei einem kleinen Essen über den Abschiedsschmerz hinwegzutrösten.

Zaun
mailto:jamie@river.ruhr.de
jamie@river.ruhr.de
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